Nach oben
Friedrichstraße 134, 10117 Berlin

Knorpelschäden: Wenn die Bewegung nicht reibungslos ist

Knorpelschäden (chondrale Läsionen) sind ein Problem, das weltweit zunehmend auch jüngere Menschen betrifft. Verantwortlich dafür sind die Umknickverletzungen des Sprunggelenks (Distorsionen), die die häufigste Verletzung der unteren Extremität darstellen. Diese können zu Bandverletzungen und direkten Knorpel-Läsionen führen. Bis zu 50 % der Patienten mit Sprunggelenkbrüchen oder Bandverletzungen weisen eine Schädigung des Knorpels und/oder der angrenzenden Knochenschichten als Folge der Verletzung auf.

Wiederholte Verletzungen, chronische Band-Instabilitäten und Begleiterkrankungen: Die Ursachen sind so vielfältig wie die Probleme, die die Schädigungen am Knorpel nach sich ziehen können.
In vielen Fällen führen Knorpel- oder Knorpel-Knochen-Verletzungen nicht zu einer Spontanheilung und können, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt werden, einen schleichenden Verschleiß des Sprunggelenks (OSG Arthrose) bewirken.

Knorpel-Knochen-Schäden (osteochondrale Läsionen) werden auch als Osteochondrosis dissecans (OD) bezeichnet. Die Ursache der OD ist nicht in jedem Einzelfall bekannt, aber neben Durchblutungsstörungen der gelenknahen Knochenabschnitte werden auch Überlastungen durch wiederholte kleine Verletzungen und Fehlstellungen als eine von mehreren möglichen Ursachen diskutiert.

Durch die heute wesentlich genauere Diagnostik mit MRT und / oder CT können chondrale und osteochondrale Defekte bereits frühzeitig einer entsprechenden Therapie zugeführt werden.

Was ist der Knorpel?

Die menschlichen Knochen sind an den Stellen, an denen Sie als Gelenke zusammentreffen, von einer Knorpelschicht überzogen. Diese Schicht besteht aus einem glatten, festen und elastischen Gewebe und stellt (in Kombination mit der Gelenkflüssigkeit) einen optimalen Bewegungsablauf sicher. Zudem fungiert sie wie eine Art “Stoßdämpfer” als Schutz der Gelenke und Knochen bei starken Belastungen.

Ursachen für Knorpelschäden

Schädigungen am Knorpelgewebe und der darunterliegenden stützenden Knochen (subchondrale Zone) können unterschiedliche Ursachen haben. Zum Beispiel:

  • Umknickverletzung (Distorsion): Beim Umknicken kommt es zu einem „Verkippen“ des Sprungbeins und damit zu einer Knorpelquetschung oder einer Abscherverletzung an den Gelenkkanten. Dies kann zu einem freien Gelenkkörper und Narbenbildung, d.h. zu einer dauerhaften Schädigung des Knorpels führen.
  • Instabilitäten: Laxe Bänder oder fehlverheilte Bänderrisse des oberen Sprunggelenks führen zu einer wiederkehrenden Kipp-Bewegung und damit Überlastung kantennaher Knorpelareale. Auf Dauer kommt es zu einer fortschreitenden Schädigung des Knorpels.
  • Knochenbrüche: Ein Gelenkbruch des oberen Sprunggelenks führt immer neben der knöchernen Verletzung auch zu einer relevanten Schädigung des Knorpels im Bereich der Bruchlinie. Neben dieser direkten Knorpelschädigung durch den Unfall selbst führen auch fehlverheilte Brüche mit „verbleibenden Gelenkstufen“ langfristig zu einem rasch verlaufenden ausgedehnten Knorpelabrieb.
  • Fehlstellung: Durch eine Achsenfehlstellung des Beines bzw. Fußfehlstellung (Deformität), kann es ebenfalls durch eine dauerhafte Überlastung zu einer nachhaltigen Schädigung des Knorpelgewebes am oberen Sprunggelenk kommen.
  • Erkrankungen: Auch bestimmte Vorerkrankungen, wie lokale Durchblutungsstörungen der gelenknahen Knochenabschnitte oder Stoffwechselstörungen, können sich negativ auf die Versorgung des Knorpels auswirken und so auch die Gelenkfunktion einschränken. In diesem Zusammenhang sind auch rheumatische Erkrankungen zu nennen, die durch eine Zerstörung des Knorpelgewebes zu einer Schädigung des Gelenks führen.

Stadien und Therapie bei Knorpelschäden

Die Form der Therapie bei Schäden am Gelenkknorpel richtet sich in erster Linie nach der Schwere der Ausprägung und der Ursachen. Daher werden bei der Erstellung des Therapieplans natürlich auch die Ursachen der Schädigung berücksichtigt und in die Behandlung einbezogen.

Knorpelschäden (chondrale Läsionen)

  • Grad 1: Das Knorpelgewebe ist oberflächlich aufgeraut
  • Grad 2: Die Knorpeloberfläche weist Risse auf (bis 50% der Knorpeldicke)
  • Grad 3: Der Knorpel zeigt tiefe Risse (über 50% der Knorpeldicke)
  • Grad 4: Der Knorpel hat einen Defekt, d.h. der Knorpelriss hat die Knochenzone (subchondrale Knochenstützschicht) durchbrochen. Der Knochen verfügt nicht mehr über eine Knorpelschutzschicht („Knorpelglatze“)

Knorpel-Knochenschäden (osteochondrale Läsionen)

  • Grad 1: Das Knorpel-Knochen-Gewebsareal ist aufgeweicht aber äußerlich intakt
  • Grad 2: Das Knorpel-Knochen-Gewebsareal weist tiefe Einrisse auf - ist aber teilweise noch im Verbund mit gesundem Gewebe
  • Grad 3: Das Knorpel-Knochen-Gewebsareal ist komplett gelockert – liegt aber noch an Ort und Stelle
  • Grad 4: Das Knorpel-Knochen-Gewebsareal ist herausgelöst (freier Gelenkkörper / Gelenkmaus) und es besteht ein Knorpel-Knochen-Defekt („Mausbett ist leer“)
  • Grad 5: Größere Knochenerweichung (Zysten / Defekte) auch tieferliegender Knochenschichten sind erkennbar.

Da das Knorpelgewebe nicht über eine eigene Blutversorgung verfügt, ist eine Selbstregeneration insbesondere bei Schädigungen dritten und vierten Grades ausgeschlossen. Eine Therapie ist hier nur über ein sog. Knorpel-Repair möglich.

Spezialist auf dem Gebiet des Knorpel-Repairs

Nehmen Sie jetzt Kontakt zu uns auf und lassen Sie Ihre Knorpelschäden von dem spezialisierten Fuß- und Sprunggelenk Zentrums in Berlin therapieren. Wir erstellen für Sie einen individuellen Behandlungsplan für eine nachhaltige Korrektur der Schädigung Ihres Gelenkknorpels.