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OSG Arthrose Gelenkverschleiß im oberen Sprunggelenk

 

Vorkommen der OSG Arthrose

Etwa 1 % der erwachsenen Bevölkerung leidet an einer schmerzhaften Arthrose des oberen Sprunggelenks (OSG).

Die OSG Arthrose tritt im Gegensatz zur Arthrose im Knie oder in der Hüfte häufiger auch bei jüngeren Patienten auf.

Da viele Sportverletzungen des Sprunggelenks über eine chronische Instabilität langfristig zu einer Arthrose führen, wird diese in den kommenden Jahrzehnten zunehmen und den Arthrose-Anstieg durch die allgemein längere Lebenserwartung verstärken.

Symptome Wie äußert sich die OSG Arthrose für den Patienten?

Der Betroffene bemerkt eine Sprunggelenksarthrose vor allem durch Einschränkungen in Bezug auf die Belastbarkeit des Gelenks, durch Schwellungen und Schmerzen. Häufige Symptome sind z.B.:

  • Anlaufschmerzen: Der Patient hat das Gefühl, sich erst mal “warmlaufen” zu müssen.
  • In den späteren Stadien werden die Schmerzen stärker und treten regelmäßig beim Gehen meist ringförmig um das Gelenk auf.
  • Bewegungsstörungen: Tätigkeiten, die einen erhöhten Bewegungsumfang benötigen (z.B. beim Treppensteigen / Berg-auf-Gehen) werden durch die zunehmende Einsteifung des Gelenks immer weniger möglich.
  • Enge- und Spannungsgefühle bestehen manschettenförmig um das Sprunggelenk
  • Gelenkgeräusche („Knirschen“) treten durch zunehmende Unebenheiten der Knorpeloberfläche bei Bewegung auf
  • Schwellungen (Gelenkerguss) und Überwärmung / Entzündungen zeigen die aktivierte Arthrose an
  • Im Spätstadium sind auch optische Verformungen des Gelenks wahrnehmbar.

Ursachen bei Sprunggelenksarthrose

Für die Therapie des OSG-Arthrose ist es besonders wesentlich die Ursachen zu kennen, um diese in dem Behandlungskonzept zu berücksichtigen oder zu beseitigen.

Sprunggelenks-Fraktur
Ein Knochenbruch im Sprunggelenksbereich kann u.U. zu Fehlstellungen und bleibenden Knorpelschäden führen. So führt z.B. die Fehlstellung des Außenknöchels (Wadenbeins) zu einer geringfügigen seitlichen Verschiebung des Sprungbeins und damit zur Arthrose. Brüche mit Gelenkbeteiligung führen trotz unfallchirurgischer Rekonstruktion langfristig zu Veränderungen in der Gelenkstruktur. Auch dies kann zu OSG-Arthrose führen.

Fehlstellung
Angeborene und erworbene Beinfehlstellungen führen durch ständige Überbelastungen im Sprunggelenk zu einem Verschleiß. Dies kann auch passieren, wenn ein sprunggelenksnaher Knochenbruch fehlverheilt. Fußfehlstellungen (wie z.B. Platt- oder Klump- oder Hohlfüße) führen ebenfalls durch Drucksteigerungen im Sprunggelenk zum Verschleiß.

Bandverletzungen
Die Schädigung der Bänder im Sprunggelenk durch Umknicken o.ä. können ebenfalls durch zurückbleibende Instabilität eine Arthrose bedingen.

Knorpelläsionen
Die Schädigung der glatten Knorpeloberfläche ist häufig auch durch Unfälle, Verletzungen, aber auch durch Überlastungen und innere Erkrankungen des (Gelenks)Stoffwechsels bedingt.

Rheuma
Rheuma (syn. Chronische Polyarthritis) führt über eine Gelenkschleimhaut- und Knorpelzerstörung zu einem Gelenkaufbrauch. Zusätzlich führt der rheumatische Befall von Kapsel-Bandstrukturen und der Sehnen zu einer Gelenk- und Fußfehlstellung sowie zu einer Instabilität, die die Gelenkzerstörung noch beschleunigt.

Entzündliche andere Gelenkerkrankungen
Diese Gelenkerkrankungen werden teilweise auch zu den Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises zusammengefasst, da Krankheitsentstehung und Gelenkschädigung ähnlich der Rheumatoid-Arthritis verlaufen.

Stoffwechselerkrankungen
Stoffwechselstörungen können direkt oder indirekt die Ernährung des Knorpels negativ beeinflussen und auch durch Ablagerungen die Gelenkmechanik verändern.

Infektionen
Bakterielle Entzündungen führen zu einer Zerstörung der Gelenkschleimhaut und des Knorpels und damit häufig zu einer rasanten Gelenkzerstörung.

Stadien und Therapie bei Sprunggelenksarthrose

Stadien / Schweregrad der Sprunggelenksarthrose

  • Begrenzte Knorpelschäden bei (weitestgehend) normalem Gelenkspalt und beginnende Anbauten (Impingement Grad 1-2)
  • Beginnende Gelenkspaltverschmälerung bei erweitertem Knorpelschaden und deutliche Anbauten (Impingement Grad 3) und Bewegungseinschränkung (Kontraktur)
  • Deutliche Gelenkspaltverschmälerung in einzelnen Gelenkabschnitten (Kompartimenten) bei lokal-begrenzter Knorpelglatze und Deformierung / Instabilität
  • Ausgeprägte Gelenkspaltverschmälerung in allen Gelenkabschnitten (Kompartimenten) bei ausgedehnter globaler Knorpelglatze und Deformierung

Therapieoptionen

Einer Behandlung geht immer eine genaue Analyse voraus, sodass die Ursachen in dem Behandlungskonzept berücksichtigt oder gar beseitigt werden können.

Eine Therapie kann gelenkerhaltend oder gelenkersetzend erfolgen. Die Auswahl der Behandlungsform erfolgt nach dem Schweregrad der Arthrose.

Gelenkerhaltende Behandlung

In den frühen und mittleren Stadien der OSG-Arthrose gibt es verschiedene Möglichkeiten, gelenkerhaltend zu behandeln.

Im Stadium 1/2 kommen folgende Verfahren zum Einsatz

  • Arthroskopie (Gelenkspiegelung) mit Reinigung des Gelenks und Abtragen von Anbauten.
  • Knorpel-Anregung (Knorpelinduktive Maßnahmen) werden im Sprunggelenk häufig als membrangekoppelte Chondroinduktion bezeichnet und können bei kleinflächigen Läsionen (Knorpelglatze) die Anbohrung (Microfracturing) durch Einkleben einer Matrix unterstützen.
  • Gelenkmobilisierung d.h. die operative Lösung von Verwachsungen / Verklebungen zum Teil in Kombination mit Muskel-Sehnen-Verlängerungen ist angezeigt, wenn die Bewegungseinschränkung (Kontraktur) führend ist

Im Stadium 3 kommen folgende Verfahren zum Einsatz

  • Umstellung der Knochen inner- oder oberhalb des Sprunggelenks, um die Fehlstellung zu korrigieren und damit auch die Überbelastung des Gelenks zu normalisieren
  • Band- / Sehnenrekonstruktion sind begleitende Maßnahmen, da häufig eine langjährige Instabilität besteht
  • Fußkorrekturen sind häufig notwendig, da sie einerseits ursächlich für die Sprunggelenksarthrose und andererseits notwendige Anpassung nach OSG-Stellungskorrekturen sind

Gelenkersetzende Behandlung mittels Endoprothese (TEP) oder Versteifung

Im Endstadium der Sprunggelenksarthrose (OSG-Arthrose 4. Grades) kann zwischen dem Einsatz eines künstlichen Gelenks (Endoprothese) oder einer Gelenkversteifung gewählt werden. Die Auswahl wird nach gründlicher klinischer Untersuchung und Röntgendiagnostik unter Berücksichtigung der Weichteilverhältnisse (Narben, Durchblutung usw.) und der Zerstörung der knöchernen / knorpeligen Strukturen des Sprunggelenkes getroffen.

Ob eine Endoprothese sinnvoll ist und wenn ja in welcher Technik sie durchgeführt werden sollte, damit es zu den geringst möglichen Einschränkungen kommt, kann ebenfalls erst nach klinischer und ggf. erweiterter bildgebender Diagnostik entschieden werden. Eine Versteifung ist allerdings selten notwendig.

Der Vorteil der Totalendoprothese (TEP) des Sprunggelenks besteht in dem Funktionserhalt des Gelenks und damit auch Schutz der Nachbargelenke vor einer mechanischen Überlastung.

Mit über 1200 eigenen OSG-Endoprothesen-Implantationen gehört Dr. Boack weltweit zu den drei erfahrensten Operateuren.

Als weltweit einzige Klinik führen wir die TEP-Implantation minimalinvasiv und in sog. Schlüssellochtechnik durch. Nehmen Sie für weitere Informationen oder eine Terminvereinbarung gern Kontakt zu uns auf.