Ursachen
Die Ursachen für einen Spitzfuß können vielfältig sein. Sowohl zu viel Muskelspannung in der Wadenmuskulatur als auch zu wenig Muskelspannung in der vorderen Unterschenkelstreckmuskulatur sind möglich. Ebenso eine Verkürzung der Achillessehne (meist eine muskuläre Verkürzung) oder eine Nervenschädigung. Ein Fußspezialist wird genaue Untersuchungen anstellen, um so eine sichere Diagnose als Grundlage des nachfolgenden Behandlungsplanes stellen zu können. Die Spitzfuß-Fehlstellung kann angeboren oder erworben sein.
Angeboren tritt sie z.B. auf,
- wenn der Unterschenkelknochen oder die Achillessehne / Wadenmuskulatur nicht ausreichend entwickelt sind,
- kombiniert bei angeborenen Klumpfüßen.
In diesen Fällen ist eine konservative Behandlung i.d.R. alleine nicht ausreichend, da häufig auch eine Muskelschädigung vorliegt. Die Chancen auf Korrektur der Fehlstellung stehen mittels eines operativen Eingriffs im frühen Kindesalter aber gut.
Für den späteren Erwerb eines Spitzfußes kann es unterschiedliche Gründe geben. Zum Beispiel:
- Erkrankungen des Nervensystems, wodurch es zu einer schlechteren Versorgung der Muskulatur durch das Nervensystem kommt (so auch bei Lähmungen, z.B. in Folge eines Schlaganfalls)
- Unfallbedingte Schädigung des Nervs für den großen Wadenmuskel (Nervus ischiadikus / Nervus peronaeus)
- Unfälle oder Verletzungen der Muskulatur (Kompartmentsyndrom)
- knöcherne Veränderungen im Sprunggelenk (z.B. durch Sprungelenksarthrose)
Häufig vom Spitzfuß betroffen sind bettlägerige, ältere Menschen. Durch das Liegen im Bett werden die Füße nicht mehr ausreichend belastet, die Muskeln verkümmern und können sich verkürzen. Die aufliegende Bettdecke kann die Spitzfußhaltung weiter begünstigen. Um diesem vorzubeugen, kann ein Fußbrett am Bett angebracht werden, das die Füße abstützt und dadurch die Spitzfußhaltung verhindert.
Unterschiedliche Formen der Fehlstellung:
Der Facharzt unterscheidet zwischen:
- habituellem Spitzfuß: “gewohnheitsmäßiger Spitzfuß”, z.B. durch eine verlängerte Anfangsphase des Laufens (Zehenspitzengang) bei Kleinkindern. Diese Form bildet sich mit steigendem Körpergewicht i.d.R. von allein zurück, aber auch sonst sind die Prognosen mit konservativen Therapiemöglichkeiten sehr gut.
- funktioneller Spitzfuß: Die Fehlstellung ist nur beim Gehen oder Stehen vorhanden, die Wadenmuskulatur ist nicht irreversibel verkürzt (z.B.: Spitzfuß zum Ausgleich einer unterschiedlichen Beinlänge).
- strukturell fixierter Spitzfuß: Die Wadenmuskulatur ist so stark verkürzt, dass dies nicht mehr ausgeglichen werden kann (z.B.: nach Unfall, spastischer Muskelaktivität, Narben). Hier ist i.d.R. ein operativer Eingriff zur Korrektur der Fehlstellung nötig.